VÖGELE
Ratgeber

E-Check: Anlagen- und Betriebsmittelprüfung

E-Check und DGUV V3 Prüfung: Was wird geprüft, wer braucht es, was kostet es? Pflichten für Vermieter und Unternehmen – erklärt vom Meisterbetrieb.

26. März 2026 · 5 Min. Lesezeit

Meisterbetrieb
HWK Freiburg
100% Fachkräfte
Elektro-Innung

Der E-Check ist die anerkannte Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte. Er dokumentiert den Zustand Ihrer Elektroinstallation, deckt Sicherheitsmängel auf und schützt vor Haftungsrisiken. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was geprüft wird, wer einen E-Check braucht und wie der Ablauf aussieht.

Was ist der E-Check?

Der E-Check ist ein eingetragenes Markenzeichen der Elektro-Innungen in Deutschland. Er bezeichnet eine normgerechte Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte nach den geltenden DIN-VDE-Normen. Die Prüfung wird ausschließlich von eingetragenen Elektrofachbetrieben durchgeführt.

Technisch basiert der E-Check auf denselben Normen wie die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung nach DGUV Vorschrift 3:

  • DIN VDE 0100-600 – Erstprüfung elektrischer Anlagen
  • DIN VDE 0105-100 – Wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen
  • DIN VDE 0701-0702 – Prüfung nach Instandsetzung und Änderung / Wiederkehrende Prüfung elektrischer Geräte

Das Ergebnis ist ein Prüfprotokoll, das den Zustand Ihrer Anlage dokumentiert. Bei bestandener Prüfung erhalten Sie eine Prüfplakette.

Wer braucht einen E-Check?

Gewerbebetriebe und Unternehmen

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, elektrische Anlagen und Betriebsmittel regelmäßig prüfen zu lassen. Die Rechtsgrundlage ist die DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3). Die Berufsgenossenschaft kann bei Arbeitsunfällen prüfen, ob die Prüfpflichten eingehalten wurden. Fehlt die Dokumentation, drohen Haftungsrisiken.

Vermieter

Vermieter haben eine Verkehrssicherungspflicht für die elektrische Anlage im Gebäude. Kommt es zu einem Schaden durch einen elektrischen Defekt, muss der Vermieter nachweisen können, dass die Anlage in ordnungsgemäßem Zustand war. Ein regelmäßiger E-Check schafft diese Dokumentation.

Privathaushalte

Für Eigenheimbesitzer ist der E-Check freiwillig – aber sinnvoll. Besonders empfehlenswert ist eine Prüfung in diesen Fällen:

  • Altbau: Elektroinstallationen, die älter als 25 Jahre sind
  • Nach Umbauten: Wenn an der Elektrik gearbeitet wurde
  • Vor Immobilienkauf: Um den Zustand der Anlage zu kennen
  • Nach Schäden: Nach Wasserschäden, Blitzschlag oder Überspannung

Was wird geprüft?

Ortsfeste Anlagen

Das sind alle fest installierten Teile Ihrer Elektroinstallation:

Ortsveränderliche Betriebsmittel

Das sind alle Geräte mit Stecker – im Gewerbe besonders relevant:

  • Bürogeräte (Computer, Drucker, Monitore)
  • Küchengeräte (Kaffeemaschinen, Mikrowellen)
  • Werkzeuge (Bohrmaschinen, Schleifgeräte)
  • Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen
  • Medizinische Geräte (in Praxen und Kliniken)

Jedes Gerät wird einzeln geprüft, mit Prüfnummer versehen und im Prüfprotokoll dokumentiert.

Prüffristen: Wie oft muss geprüft werden?

Die Prüffristen richten sich nach der Art der Anlage und der Nutzungsumgebung. Die DGUV Vorschrift 3 gibt folgende Richtwerte vor:

PrüfgegenstandUmgebungPrüffrist
Ortsfeste AnlagenBüro, Gewerbealle 4 Jahre
Ortsfeste AnlagenFeuchtigkeit, Staub, Hitzealle 1–2 Jahre
Ortsveränderliche GeräteBüro, Verwaltungalle 24 Monate
Ortsveränderliche GeräteWerkstatt, Produktionalle 6–12 Monate
Ortsveränderliche GeräteBaustellealle 3–6 Monate
Elektrische Anlagen in MietobjektenWohngebäudealle 4 Jahre empfohlen

Die konkreten Fristen kann der Prüfer je nach Zustand der Anlage anpassen. Nach der ersten Prüfung wird die nächste Frist im Prüfprotokoll festgelegt.

Ablauf einer E-Check Prüfung

Eine E-Check Prüfung folgt einem standardisierten Ablauf:

  1. Sichtprüfung: Der Prüfer begutachtet die Anlage visuell auf sichtbare Schäden, fehlende Abdeckungen, unsachgemäße Installationen und Überlastungszeichen.

  2. Messung: Mit kalibrierten Messgeräten werden die elektrischen Werte geprüft – Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Erdungswiderstand und RCD-Auslösezeit.

  3. Funktionsprüfung: Schutzgeräte (FI-Schalter, Sicherungen) werden auf korrekte Funktion geprüft. Bei Geräten wird die Schutzklasse verifiziert.

  4. Dokumentation: Alle Ergebnisse werden in einem Prüfprotokoll festgehalten. Jeder Messpunkt wird dokumentiert.

  5. Prüfplakette: Bei bestandener Prüfung erhält die Anlage oder das Gerät eine Prüfplakette mit dem Datum der nächsten fälligen Prüfung.

Was kostet ein E-Check?

Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Prüfung. Hier sind Richtwerte:

ObjektUngefähre Kosten
Einfamilienhaus150 – 300 EUR
Mietwohnung100 – 200 EUR
Gewerbeobjekt (klein)300 – 800 EUR
Ortsveränderliche Geräte3 – 10 EUR pro Gerät

Die tatsächlichen Kosten hängen von der Größe der Anlage, der Anzahl der Stromkreise und der Menge der zu prüfenden Geräte ab. Bei VÖGELE erhalten Sie nach einem ersten Gespräch eine verbindliche Kostenschätzung – transparent und ohne versteckte Posten.

Was passiert bei Mängeln?

Findet der Prüfer Mängel, werden diese im Prüfprotokoll dokumentiert und in zwei Kategorien eingeteilt:

Sofort-Mängel: Sicherheitsrelevante Defekte, die eine unmittelbare Gefahr darstellen. Diese müssen sofort behoben werden. In schweren Fällen wird der betroffene Stromkreis oder das Gerät stillgelegt, bis der Mangel beseitigt ist.

Empfohlene Maßnahmen: Mängel, die keine akute Gefahr darstellen, aber zeitnah behoben werden sollten. Beispiele: veraltete Schutzgeräte, fehlender Berührungsschutz an Steckdosen oder nicht mehr zeitgemäße Installationen.

Nach der Mängelbeseitigung erfolgt eine Nachprüfung der betroffenen Punkte. Erst dann wird die Prüfplakette vergeben.

E-Check vs. DGUV V3 Prüfung: Was ist der Unterschied?

Diese Frage kommt häufig – die Antwort ist einfach:

  • E-Check ist ein Markenzeichen der Elektro-Innungen. Er bezeichnet die normgerechte Prüfung, die von Innungsmitgliedern durchgeführt wird. Der E-Check kann von Privatpersonen und Unternehmen beauftragt werden.

  • DGUV V3 Prüfung ist die gesetzliche Pflichtprüfung für Unternehmen nach der DGUV Vorschrift 3. Sie ist für jeden Arbeitgeber verpflichtend.

Technisch prüfen beide nach denselben Normen (DIN VDE). Der Unterschied liegt in der Rechtsgrundlage: Die DGUV V3 Prüfung ist gesetzliche Pflicht, der E-Check ist das Markenzeichen der Innung für die gleiche Prüfung.

Als Mitglied der Elektro-Innung führen wir beide Prüfungen durch – mit derselben Gründlichkeit und Dokumentation.


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