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Ratgeber

Elektroinstallation im Neubau: Die komplette Checkliste

Elektroinstallation im Neubau richtig planen. Checkliste für Steckdosen, Leerohre, Zählerschrank und mehr -- vom Elektriker Freiburg.

24. Januar 2026 · 4 Min. Lesezeit

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Warum die Elektroplanung ganz am Anfang stehen muss

Die Elektroinstallation im Neubau ist einer der Posten, die am häufigsten unterschätzt werden — nicht beim Budget, sondern beim Timing. Wer die Elektroplanung erst angeht, wenn der Rohbau steht, kommt zu spät. Dann werden Schlitze nachträglich gefräst, Leitungen improvisiert und Steckdosen vergessen.

Die richtige Reihenfolge: Die Elektroplanung gehört in die Entwurfsphase, parallel zum Grundriss. Denn jede Wand, jede Tür und jedes Fenster beeinflusst, wo Leitungen laufen können.

Phase 1: Grundlagen klären — bevor der erste Stein liegt

Zählerschrank und Hausanschluss

Der Zählerschrank ist das Herzstück Ihrer Elektroinstallation. Er muss nach den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Ihres Netzbetreibers geplant werden. Wichtig:

  • Größe: Planen Sie großzügig. Ein Zählerschrank mit Reserveplätzen kostet kaum mehr, spart aber später viel Geld.
  • Standort: In der Regel im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Der Netzbetreiber hat Vorgaben zum Zugang.
  • Zukunftssicherheit: Planen Sie Platz für eine Wallbox, eine Wärmepumpe oder eine Photovoltaikanlage ein — auch wenn das erst in fünf Jahren kommt.

Leerohre: Die günstigste Investition im Neubau

Leerohre sind Kunststoffrohre, die während des Rohbaus in Wände und Decken eingelegt werden. Durch sie können später Kabel nachgezogen werden — ohne Wand aufstemmen. Kosten: wenige Euro pro Meter. Nachträgliches Schlitzfräsen: mehrere hundert Euro pro Leitung.

Unsere Empfehlung: Leerohre an diese Stellen:

  • Vom Zählerschrank zum Dachboden (für PV-Anlage)
  • Zur Garage oder zum Stellplatz (für Wallbox)
  • Zwischen den Geschossen (für Netzwerkkabel)
  • Zu jedem Rollladenkasten (für elektrische Rollläden oder Smart-Home-Nachrüstung)

Netzwerkverkabelung

WLAN allein reicht für ein modernes Haus nicht aus. Dicke Wände, Stahlbeton, Fußbodenheizung — alles stört das Funksignal. Verlegen Sie Cat-7-Netzwerkkabel zu jedem Raum, in dem Sie Internet brauchen. Das sind: Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Kinderzimmer, Dachboden. In jeden Raum mindestens zwei Netzwerkdosen.

Phase 2: Steckdosen und Anschlüsse planen

Wie viele Steckdosen pro Raum?

Die größte Fehlerquelle im Neubau: zu wenige Steckdosen. Hier unsere Richtwerte — das Minimum, nicht das Maximum:

RaumSteckdosenHinweise
Wohnzimmer10—12TV-Wand, Sofa beidseitig, Stehlampen
Küche8—10Arbeitsfläche, Geräte, Dunstabzug
Schlafzimmer6—8Bett beidseitig, Schrank, Schminktisch
Kinderzimmer6—8Schreibtisch, Bett, Spielbereich
Badezimmer3—4Spiegel, Föhn, Waschmaschine
Flur/Diele2—4Staubsauger, Garderobe
Hauswirtschaft4—6Trockner, Waschmaschine, Bügeleisen
Home-Office6—8Schreibtisch (4x), Drucker, Lampen

Spezialanschlüsse nicht vergessen

Neben Steckdosen brauchen Sie separate Anschlüsse für:

  • Herd: Starkstromanschluss (400 V)
  • Durchlauferhitzer: Eigene Absicherung, meist 21 kW
  • Wärmepumpe: Eigener Zähler, eigener Stromkreis
  • Wallbox: Mindestens 11 kW, besser vorbereitet auf 22 kW
  • Außenbereich: Wasserdichte Steckdosen für Terrasse, Garten, Carport

Phase 3: Beleuchtung und Schalter

Planen Sie die Beleuchtung raumweise. Fragen Sie sich für jeden Raum:

  • Wo brauche ich Deckenauslässe?
  • Brauche ich Wechselschaltungen (Licht von zwei Stellen schalten)?
  • Wo will ich gedimmtes Licht?
  • Brauche ich Auslässe für Wandleuchten?

Bei Treppen und langen Fluren sind Wechsel- oder Kreuzschaltungen Pflicht. Im Schlafzimmer wollen Sie das Licht vom Bett aus schalten können. Klingt offensichtlich — wird trotzdem regelmäßig vergessen.

Häufige Fehler bei der Elektroinstallation im Neubau

1. Zu wenige Stromkreise. Jeder Raum sollte mindestens einen eigenen Stromkreis haben. Küche und Bad brauchen mehrere. Wenn die Mikrowelle den FI-Schutzschalter auslöst und das halbe Haus dunkel wird, war die Planung zu knapp.

2. Keine USB-Steckdosen. An Arbeitsplätzen und Nachttischen sind integrierte USB-Anschlüsse praktisch und günstig einzuplanen.

3. Außensteckdosen vergessen. Mähroboter, Weihnachtsbeleuchtung, Elektrogrill — draußen braucht man mehr Strom, als man denkt.

4. Keine Vorbereitung für Smart Home. Auch wenn Sie heute kein Smart Home wollen: Ein Neutralleiter an jedem Schalterpunkt kostet fast nichts und macht eine spätere Nachrüstung möglich. Wer früh weiß, dass ein Bussystem wie KNX in Frage kommt, legt zusätzlich die passende Busleitung.

5. Rollläden ohne Strom. Elektrische Rollläden nachrüsten ist teuer. Lassen Sie zumindest Leerohre zu jedem Rollladenkasten legen.

Was kostet die Elektroinstallation im Neubau?

Pauschalpreise sind unseriös, weil jedes Haus anders ist. Aber damit Sie eine Größenordnung haben:

  • Einfamilienhaus, Standard-Ausstattung: 15.000—25.000 Euro
  • Gehobene Ausstattung (mehr Steckdosen, Netzwerk, Smart-Home-Vorbereitung): 25.000—40.000 Euro
  • Mit Photovoltaik und Wallbox: zusätzlich 15.000—30.000 Euro

Die Elektroinstallation macht etwa 3—5 Prozent der Gesamtbaukosten aus. An dieser Stelle zu sparen, rächt sich — denn nachträgliche Änderungen kosten ein Vielfaches.

Unsere Empfehlung

Holen Sie den Elektriker früh ins Boot. Nicht erst, wenn der Rohbau steht, sondern wenn der Grundriss gezeichnet wird. Eine professionelle Elektroplanung kostet einen Bruchteil dessen, was nachträgliche Korrekturen verschlingen.

Bei VÖGELE Elektrotechnik planen wir die Elektroinstallation gemeinsam mit Ihnen — Raum für Raum, Steckdose für Steckdose. Damit am Ende nichts fehlt und nichts zu viel ist.

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