Degradation
Der natürliche, schleichende Leistungsverlust von Solarmodulen über die Jahre, verursacht durch physikalische Alterungsprozesse in den Solarzellen.
Was ist Degradation?
Solarmodule verlieren über ihre Lebensdauer langsam an Leistung. Dieser Prozess heißt Degradation. Er beginnt unmittelbar nach der Installation und setzt sich über die gesamte Nutzungsdauer fort. Das ist normal und kein Defekt.
Wie schnell verlieren Module Leistung?
Moderne monokristalline Module verlieren im ersten Jahr etwa 1 bis 2 Prozent ihrer Nennleistung (sogenannte anfängliche Degradation). Danach liegt der jährliche Verlust bei 0,3 bis 0,5 Prozent. Nach 25 Jahren liefert ein gutes Modul also noch 85 bis 90 Prozent seiner ursprünglichen Leistung.
Was beeinflusst die Degradation?
- Temperatur: Hohe Betriebstemperaturen beschleunigen die Alterung. Eine gute Hinterlüftung der Module hilft.
- UV-Strahlung: Langfristige UV-Belastung verändert die Zellstruktur. Hochwertige Einkapselungsmaterialien verlangsamen diesen Effekt.
- Feuchtigkeit: Eindringende Feuchtigkeit kann Korrosion verursachen. Qualitätsmodule haben eine robuste Versiegelung.
- Materialqualität: Billige Module degradieren schneller. Die Wahl des Herstellers macht über 25 Jahre einen spürbaren Unterschied.
Herstellergarantien
Die meisten Hersteller geben zwei Garantien:
- Produktgarantie: Deckt Material- und Verarbeitungsfehler ab. Üblich sind 10 bis 15 Jahre, bei Premiumherstellern bis 25 Jahre.
- Leistungsgarantie: Garantiert eine Mindestleistung nach einer bestimmten Zeit. Typisch: mindestens 80 bis 85 Prozent der Nennleistung nach 25 Jahren.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung Ihrer Anlage sollten Sie die Degradation einkalkulieren. Eine Anlage mit 10 kWp erzeugt im 25. Jahr etwa 10 bis 15 Prozent weniger Strom als im ersten Jahr. Das ist planbar und in jeder seriösen Ertragsberechnung berücksichtigt.