FI-Schutzschalter (RCD)
Eine Schutzeinrichtung in der Elektroinstallation, die bei einem Fehlerstrom – etwa wenn Strom über den menschlichen Körper zur Erde fließt – den Stromkreis innerhalb von Millisekunden abschaltet.
Was macht ein FI-Schutzschalter?
Der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, fachlich: RCD – Residual Current Device) schützt Menschen vor Stromschlägen. Er überwacht ständig, ob der Strom, der über die Phase hinfließt, vollständig über den Neutralleiter zurückkommt. Fehlt auch nur ein kleiner Teil – weil er zum Beispiel über einen menschlichen Körper zur Erde abfließt – schaltet der FI den Stromkreis sofort ab.
Wie funktioniert er?
Im Inneren des FI-Schutzschalters sitzt ein Summenstromwandler. Dieser vergleicht den hinfließenden und den zurückfließenden Strom. Im Normalzustand sind beide gleich groß. Fließt ein Teil des Stroms über einen ungewollten Weg ab (Fehlerstrom), erkennt der Wandler die Differenz und löst die Abschaltung aus – in weniger als 30 Millisekunden.
Welche Typen gibt es?
- 30-mA-FI (Personenschutz): Löst bei 30 Milliampere Fehlerstrom aus. Pflicht für Steckdosenstromkreise, Bäder und Außenbereiche. Schützt direkt vor lebensgefährlichen Stromschlägen.
- 300-mA-FI (Brandschutz): Erkennt größere Fehlerströme und verhindert, dass diese einen Brand auslösen. Wird als vorgelagerter Schutz eingesetzt.
- Typ A: Erkennt pulsierende Gleichfehlerströme. Standard für die meisten Anwendungen.
- Typ B: Erkennt auch glatte Gleichfehlerströme. Erforderlich bei Wallboxen und bestimmten Wechselrichtern.
Gesetzliche Anforderungen
Die aktuelle Norm DIN VDE 0100-410 schreibt FI-Schutzschalter für alle Steckdosenstromkreise bis 32 Ampere vor. In Bädern, Außenbereichen und bei Renovierungen sind sie Pflicht. Ein Zählerschrank ohne FI-Schutzschalter entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.
Prüfung
Jeder FI-Schutzschalter hat eine Prüftaste. Drücken Sie diese mindestens zweimal im Jahr. Der FI muss sofort auslösen. Falls nicht, muss er ausgetauscht werden.