Meisterpflicht
Die gesetzliche Vorschrift, dass bestimmte Handwerksberufe – darunter das Elektrohandwerk – nur von Betrieben ausgeübt werden dürfen, die von einem Meister geführt werden.
Was bedeutet Meisterpflicht?
Im Elektrohandwerk darf nur ein Betrieb selbstständig arbeiten, der von einem Elektrotechnikmeister oder einem vergleichbar qualifizierten Fachmann geführt wird. Das ist in der Handwerksordnung geregelt. Ohne Meisterbrief darf kein Betrieb Elektroinstallationen anbieten oder ausführen.
Warum gibt es die Meisterpflicht?
Fehlerhafte Elektroinstallationen können Brände verursachen und Menschen töten. Die Meisterpflicht stellt sicher, dass:
- Fachkompetenz vorhanden ist: Ein Meister hat eine mehrjährige Ausbildung, Berufserfahrung und eine anspruchsvolle Prüfung absolviert.
- Ausbildung stattfindet: Meisterbetriebe dürfen Lehrlinge ausbilden und sichern so den Fachkräftenachwuchs.
- Haftung klar geregelt ist: Der Meister trägt die persönliche Verantwortung für die fachgerechte Ausführung aller Arbeiten.
Was garantiert die Meisterpflicht für Sie?
Wenn Sie einen Meisterbetrieb beauftragen, können Sie sich auf Folgendes verlassen:
- Die Arbeiten werden nach den geltenden Normen (DIN VDE 0100) ausgeführt.
- Der Betrieb ist beim zuständigen Netzbetreiber als Installationsunternehmen eingetragen und darf Arbeiten am Netzanschluss durchführen.
- Es gibt einen fachlich verantwortlichen Ansprechpartner, der für die Qualität der Arbeit einsteht.
- Der Betrieb verfügt über die nötige Betriebshaftpflichtversicherung.
Vorsicht bei Billigangeboten
Gelegentlich bieten Betriebe ohne Meisterqualifikation Elektroarbeiten zu günstigen Preisen an. Das ist nicht nur illegal, sondern auch gefährlich. Im Schadensfall haftet der Auftraggeber mit, die Versicherung kann die Leistung verweigern, und die Abnahme durch den Netzbetreiber wird verweigert. Bei Elektroarbeiten ist der Meisterbetrieb keine Option, sondern Pflicht.