Potentialausgleich
Die leitende Verbindung aller metallischen Teile und Schutzleiter in einem Gebäude mit einer gemeinsamen Erdungsanlage, um gefährliche Berührungsspannungen zu verhindern.
Was ist der Potentialausgleich?
Der Potentialausgleich sorgt dafür, dass alle metallischen Teile in Ihrem Gebäude auf dem gleichen elektrischen Potential liegen. Wenn zwischen zwei Metallteilen keine Spannungsdifferenz besteht, kann auch kein Strom durch Ihren Körper fließen, wenn Sie beide gleichzeitig berühren.
Warum ist das wichtig?
Ohne Potentialausgleich können an Wasserleitungen, Heizungsrohren oder Badewannen gefährliche Spannungen auftreten – etwa wenn irgendwo im Haus ein Isolationsfehler vorliegt. Der Potentialausgleich leitet solche Fehlerströme sicher zur Erde ab und verhindert Stromschläge.
Wie funktioniert er?
Im Keller oder Hauswirtschaftsraum befindet sich die Potentialausgleichsschiene. An diese Schiene werden alle metallischen Systeme des Gebäudes angeschlossen:
- Wasserrohre (Kalt- und Warmwasser)
- Heizungsrohre
- Gasleitung
- Antennenanlage und Blitzschutz
- Fundamenterder oder Ringerder
- Schutzleiter der Elektroinstallation
Von der Potentialausgleichsschiene führt eine Verbindung zum Erder – einem Metallleiter im oder am Fundament, der den Kontakt zur Erde herstellt.
Zusätzlicher Potentialausgleich
In Bädern und Feuchträumen schreibt die Norm einen zusätzlichen örtlichen Potentialausgleich vor. Hier werden Badewanne, Dusche, Heizkörper und alle metallischen Rohre in unmittelbarer Nähe miteinander verbunden. Das ist besonders wichtig, weil Wasser die elektrische Leitfähigkeit des Körpers erhöht.
Muss der Potentialausgleich geprüft werden?
Ja. Bei einer Elektroinstallation gehört der Potentialausgleich zum Prüfumfang. Er muss fachgerecht ausgeführt und durchgängig leitend sein. Unterbrochene oder fehlende Verbindungen sind Sicherheitsmängel, die umgehend behoben werden müssen.