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Ratgeber

Photovoltaik auf dem Flachdach: Was Sie wissen müssen

Photovoltaik auf dem Flachdach: Aufständerung, Statik, Vor- und Nachteile. Praxiswissen vom Elektrikmeister aus Freiburg.

5. März 2026 · 4 Min. Lesezeit

Meisterbetrieb
HWK Freiburg
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Elektro-Innung

PV auf dem Flachdach – eine gute Idee?

Flachdächer bieten viel Potenzial für Photovoltaik. Keine Dachneigung, freie Wahl der Ausrichtung, oft große zusammenhängende Flächen. Gleichzeitig gibt es spezielle Anforderungen, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt.

Aufständerung: Warum die Module nicht flach liegen sollten

Auf einem Flachdach werden Solarmodule nicht flach montiert, sondern aufgeständert. Das hat gute Gründe:

  • Optimaler Neigungswinkel: In der Region Freiburg liegt der ideale Winkel bei 30–35 Grad. Eine Aufständerung bringt die Module in diese Position und maximiert den Ertrag.
  • Selbstreinigung: Bei flacher Montage bleibt Schmutz auf den Modulen liegen. Ab 10 Grad Neigung sorgt Regen für eine natürliche Reinigung.
  • Hinterlüftung: Aufgeständerte Module werden von unten belüftet. Das hält sie kühler – und kühlere Module liefern mehr Strom.

Aufständerungssysteme

Es gibt zwei Grundtypen:

Ballastierte Systeme nutzen Betonplatten oder andere Gewichte, um die Unterkonstruktion zu beschweren. Der Vorteil: keine Durchdringung der Dachhaut. Das Dach bleibt dicht. Nachteil: hohes Gewicht.

Durchdringende Systeme werden mit der Dachkonstruktion verschraubt. Leichter, aber die Durchdringungspunkte müssen fachgerecht abgedichtet werden. Wird bei leichten Dächern eingesetzt, die das Ballastgewicht nicht tragen können.

Statik und Gewicht

Die Statik ist der kritische Punkt bei Flachdachanlagen. Folgende Lasten müssen berücksichtigt werden:

  • Module: ca. 12–15 kg/m²
  • Unterkonstruktion: ca. 5–10 kg/m²
  • Ballast (falls verwendet): ca. 20–40 kg/m²
  • Schneelast: je nach Region und Dachzone unterschiedlich
  • Windlast: abhängig von Gebäudehöhe und Umgebung

In Summe kann eine Flachdachanlage mit Ballast 40–65 kg pro Quadratmeter wiegen. Das muss die Dachkonstruktion tragen können. Eine statische Prüfung durch einen Tragwerksplaner ist bei älteren Gebäuden empfehlenswert.

Freiburg und Umgebung: Regionale Besonderheiten

Die Schneelastzone für Freiburg ist vergleichsweise moderat (Zone 2). Trotzdem muss die Schneelast in der Planung berücksichtigt werden – insbesondere bei aufgeständerten Modulen, wo sich Schnee zwischen den Reihen sammeln kann.

Die Windlast ist in der Rheinebene höher als im geschützten Schwarzwald. Randmodule und Eckbereiche erfahren stärkere Windkräfte und brauchen mehr Ballast.

Vor- und Nachteile gegenüber dem Schrägdach

Vorteile

  • Freie Ausrichtung: Sie wählen die optimale Himmelsrichtung unabhängig von der Gebäudeausrichtung.
  • Leichterer Zugang: Wartung, Reinigung und Inspektion sind auf dem Flachdach einfacher und sicherer.
  • Keine Dachziegel: Die Montage auf Flachdächern ist in der Regel weniger aufwändig als das Einhängen in Ziegelreihen.
  • Ost-West-Aufstellung möglich: Zwei Modulreihen gegeneinander aufgestellt nutzen die Fläche optimal und liefern gleichmäßig Strom über den Tag.

Nachteile

  • Höhere Montagekosten: Die Aufständerung und der Ballast kosten mehr als eine einfache Aufdach-Montage.
  • Weniger nutzbare Fläche: Zwischen den Modulreihen muss Abstand eingehalten werden, damit sich die Reihen nicht gegenseitig verschatten. Dadurch können Sie nur etwa 60–70 % der Dachfläche belegen.
  • Gewicht: Ballastierte Systeme belasten die Dachkonstruktion stärker.
  • Entwässerung: Die Aufbauten dürfen den Wasserablauf nicht behindern. Die Planung muss Regenabläufe und Notüberläufe berücksichtigen.

Entwässerung und Dachabdichtung

Ein Flachdach ist auf kontrollierte Entwässerung angewiesen. PV-Anlagen dürfen diese nicht beeinträchtigen. Darauf achten wir:

  • Regenrinnen und Abläufe bleiben frei zugänglich
  • Gefällerichtung wird bei der Modulaufstellung berücksichtigt
  • Durchdringungen (falls nötig) werden mit zugelassenen Materialien abgedichtet
  • Regelmäßige Kontrolle der Dachhaut im Rahmen der Anlagenwartung

Bei Bitumen- und Foliendächern ist besondere Vorsicht geboten. Scharfkantige Metallteile der Unterkonstruktion können die Abdichtung beschädigen. Schutzmatten oder -lagen zwischen Konstruktion und Dachhaut sind Pflicht.

Optimaler Neigungswinkel und Reihenabstand

Der Neigungswinkel bestimmt den Ertrag und den nötigen Reihenabstand:

NeigungswinkelErtrag (relativ)ReihenabstandFlächennutzung
10°ca. 90 %geringhoch
20°ca. 96 %mittelmittel
30°ca. 100 %großgeringer

Ein Kompromiss zwischen Ertrag und Flächennutzung liegt bei 15–20 Grad. Bei begrenzter Dachfläche kann ein flacherer Winkel mit mehr Modulen den Gesamtertrag steigern.

Ost-West-Aufstellung

Statt alle Module nach Süden auszurichten, können Sie zwei Reihen in Ost-West-Richtung aufstellen. Der Ertrag pro Modul ist etwas geringer, aber die Fläche wird besser genutzt. Zudem verteilt sich die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag – ideal für hohen Eigenverbrauch.

Was kostet eine Flachdachanlage?

Die Mehrkosten gegenüber einer Schrägdachanlage liegen bei 1.000 bis 3.000 Euro, abhängig von der Anlagengröße und dem Aufständerungssystem. Detaillierte Preise finden Sie in unserem Artikel zu den Photovoltaik-Kosten.

Unser Rat

Flachdächer sind hervorragend für Photovoltaik geeignet – wenn die Planung stimmt. Die Statik muss geprüft, die Entwässerung gesichert und die Aufständerung fachgerecht ausgeführt werden. Schnellschüsse rächen sich hier besonders.

Wir planen und installieren PV-Anlagen auf Flachdächern in Freiburg und Umgebung. Vor jeder Installation prüfen wir die Dachkonstruktion und stimmen die Planung mit der Gebäudestatik ab. Sorgfältig, nicht schnell.

Fragen zu diesem Thema?

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