Wallbox und Photovoltaik kombinieren: So laden Sie Ihr E-Auto mit Solarstrom
Wallbox und Photovoltaik kombinieren: Überschussladen, Kosten und Förderung. Praxistipps vom Elektriker in Freiburg.
28. Februar 2026 · 4 Min. Lesezeit
E-Auto mit Solarstrom laden – so funktioniert es
Ein Elektroauto und eine Photovoltaikanlage passen perfekt zusammen. Der Solarstrom vom eigenen Dach kostet Sie 8 bis 12 Cent pro Kilowattstunde – Netzstrom liegt bei 35 Cent, öffentliche Ladesäulen oft noch darüber. Mit der richtigen Wallbox und einer intelligenten Steuerung laden Sie Ihr Auto mit eigenem Sonnenstrom. Hier erfahren Sie, wie das in der Praxis funktioniert.
Was Sie brauchen
1. Eine ausreichend dimensionierte PV-Anlage
Ein Elektroauto verbraucht je nach Modell 15–20 kWh auf 100 Kilometer. Bei 15.000 km Jahresfahrleistung sind das 2.250–3.000 kWh zusätzlicher Strombedarf. Ihre PV-Anlage sollte diesen Bedarf mit abdecken können.
Für ein Einfamilienhaus mit E-Auto empfehlen wir mindestens 10 kWp Anlagenleistung. Details zu den Kosten einer PV-Anlage finden Sie in unserem separaten Artikel.
2. Eine geeignete Wallbox
Nicht jede Wallbox kann mit PV-Überschuss laden. Für intelligentes Solarladen benötigen Sie eine Wallbox mit:
- Kommunikationsschnittstelle zum Wechselrichter oder Energiemanagementsystem
- Phasenumschaltung (1-phasig/3-phasig), um auch bei geringem Überschuss laden zu können
- Ladestromanpassung, idealerweise stufenlos
Gängige Wallboxen mit PV-Anbindung: Fronius Wattpilot, go-eCharger, KEBA KeContact, Easee Home, Myenergi Zappi.
3. Ein Energiemanagementsystem (EMS)
Das EMS ist das Gehirn der Anlage. Es misst, wie viel Solarstrom gerade produziert und im Haus verbraucht wird. Den Überschuss leitet es an die Wallbox weiter. Viele Wechselrichter bringen ein eigenes EMS mit. Alternativ gibt es herstellerübergreifende Lösungen.
Überschussladen: Der Kern der Sache
Beim Überschussladen wird nur der Solarstrom zum Laden genutzt, der gerade nicht im Haus verbraucht wird. Das funktioniert so:
- Die PV-Anlage produziert z. B. 7 kW
- Der Haushalt verbraucht 1,5 kW
- Der Überschuss von 5,5 kW fließt in die Wallbox
- Das Auto lädt mit 5,5 kW – und passt sich an, wenn Wolken durchziehen
Minimale Ladeleistung beachten
Ein E-Auto kann nicht beliebig langsam laden. Die Mindestladeleistung liegt bei:
- 1-phasig: 1,4 kW (6 Ampere)
- 3-phasig: 4,2 kW (6 Ampere pro Phase) – erfordert einen Drehstromanschluss
Wenn der PV-Überschuss unter der Mindestladeleistung liegt, stoppt das Laden. Eine Wallbox mit Phasenumschaltung löst dieses Problem: Bei wenig Überschuss lädt sie 1-phasig ab 1,4 kW, bei viel Sonne 3-phasig mit bis zu 11 kW.
Kostenersparnis konkret
Rechenbeispiel: 15.000 km/Jahr, 18 kWh/100 km
| Ladequelle | Kosten pro kWh | Jahreskosten |
|---|---|---|
| Öffentliche Ladesäule | 0,45–0,60 € | 1.215–1.620 € |
| Netzstrom (Haustarif) | 0,35 € | 945 € |
| Eigener Solarstrom | 0,08–0,12 € | 216–324 € |
Ersparnis gegenüber Netzstrom: ca. 600–700 Euro pro Jahr. Das allein bezahlt die Wallbox in wenigen Jahren.
Kombiniert mit einem Stromspeicher können Sie auch abends und nachts mit Solarstrom laden. Das steigert den Eigenverbrauch und die Autarkie zusätzlich.
Smarte Ladestrategien
Reines Überschussladen
Das Auto lädt nur, wenn genug Solarstrom da ist. Optimal für Zweitwagen oder wenn das Auto tagsüber zu Hause steht. Kostengünstigste Variante.
Überschuss + Boost
Das Auto lädt bevorzugt mit Solarstrom. Wenn es bis zu einer bestimmten Uhrzeit eine Mindestladung braucht, wird mit Netzstrom nachgeladen. Praktisch, wenn Sie morgens eine volle Batterie brauchen.
Zeitgesteuertes Laden
Das Auto lädt zu festgelegten Zeiten, unabhängig vom Solarertrag. Sinnvoll, wenn Sie einen günstigen Nachtstromtarif haben – aber dann ohne PV-Vorteil.
Wallbox-Kosten und Förderung
Kosten
| Position | Preis |
|---|---|
| Wallbox (11 kW, PV-fähig) | 800–1.500 € |
| Installation und Anschluss | 500–1.200 € |
| Energiemanagementsystem (falls nötig) | 300–800 € |
| Gesamt | 1.600–3.500 € |
Die Installationskosten hängen von der Entfernung zwischen Zählerschrank und Stellplatz ab. Kurze Wege und ein moderner Zählerschrank halten die Kosten niedrig.
Förderung
Die KfW hat in der Vergangenheit Wallbox-Förderungen aufgelegt (z. B. KfW 442 für die Kombination PV + Speicher + Wallbox). Ob aktuell Fördermittel verfügbar sind, sollten Sie vor der Bestellung prüfen. Wir informieren Sie über den aktuellen Stand.
Zusätzlich bieten einige Kommunen und Energieversorger in der Region Freiburg eigene Zuschüsse. Auch hier lohnt sich eine kurze Recherche vor dem Kauf.
Voraussetzungen an der Elektroinstallation
Eine 11-kW-Wallbox benötigt:
- Einen eigenen Stromkreis vom Zählerschrank zum Stellplatz
- Einen Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter (Typ A-EV oder Typ B)
- Ausreichenden Kabelquerschnitt (mind. 5 × 2,5 mm², bei längeren Strecken 5 × 4 mm²)
- Anmeldung beim Netzbetreiber – für 11 kW ist eine Anmeldung ausreichend, ab 22 kW brauchen Sie eine Genehmigung
In der Region Freiburg muss die Wallbox bei der Badenova Netz AG angemeldet werden. Das übernehmen wir als Fachbetrieb für Sie.
Unser Rat
Die Kombination aus Photovoltaik und Wallbox ist eine der wirtschaftlichsten Investitionen rund ums Eigenheim. Wichtig ist die richtige Planung: Die PV-Anlage muss groß genug sein, die Wallbox muss zum Wechselrichter passen, und die Elektroinstallation muss stimmen.
Wir installieren Wallboxen und PV-Anlagen aus einer Hand – in Freiburg und Umgebung. So passt alles zusammen, von der Planung bis zur Inbetriebnahme.
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